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Koenig & Bauer: Keine Vision mehr – die sich selbst programmierende Druckmaschine

Print & Postpress Innovation Days 2017 in Radebeul zeigen neueste Entwicklungen in Druck und Druckweiterverarbeitung auf
Koenig & Bauer: Keine Vision mehr – die sich selbst programmierende Druckmaschine_4232

Bei allen Rapida-106-Maschinen-Durchläufen gab es immer wieder Druckmuster zu begutachten (hier Sascha Fischer mit frisch gedruckten Bogen, dahinter auf der Druckmaschinen-Galerie Dirk Winkler, beide KBA-Sheetfed).

KBA-Sheetfed hatte zu den vom 29. November bis 1. Dezember veranstalteten „Print & Postpress Innovation Days 2017“ nach Radebeul ins sächsische Elbtal eingeladen. Und mehr als 250 Druck- und Verarbeitungsfachleute aus 30 Ländern informierten sich an den drei Tagen über neueste Automatisierungslösungen für den Druck von Akzidenzen, Etiketten und Verpackungen sowie innovative Weiterverarbeitungslösungen.

In seiner Opening Note erläuterte Ralf Sammeck, Geschäftsführer von KBA-Sheetfed und Vorstandsmitglied der Koenig & Bauer AG, den neuen Markenauftritt sowie die Visionen von Koenig & Bauer. Erfreulich seien die Unternehmenskennzahlen zum 3. Quartal des jüngsten Geschäftsjahres. Hier konnte er im Unternehmenssegment Sheetfed von einem gegenüber 2016 (429,8 Mio. Euro) um knapp 12 % auf 480,3 Mio. Euro gestiegenen Auftragseingang berichten. Neben den deutlich gestiegenen Serviceaufträgen waren die hohe Nachfrage aus dem Verpackungssektor und gute Verkaufsabschlüsse im Commercialdruck und für Flachbettstanzen ausschlaggebend. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr (443,8 Mio. Euro) um 7 % auf 474,7 Mio. Euro zu. Der Mehrumsatz mit Serviceaufträgen und niedrigere Kosten führten zur Steigerung des Segmentgewinns auf 20,3 Mio. Euro (2016: 17,3 Mio. Euro).

Die Weiterentwicklung innovativer Lösungen zum automatisierten Druck war das Thema von Sascha Fischer, Leiter Produktmanagement KBA-Sheetfed. Das beginnt bei neuen Plattenwechslern mit deutlich reduzierten Wechselzeiten in Halb-, Mittel- und Großformat ohne Abkanten der Platten. Neue Messtechnik-Komponenten wie Print Check und PDF Check basieren auf einem einheitlichen Kamerasystem und bieten hohe Präzision in Messung und Regelung. LED-UV-Trockner für Rapida-Bogenoffsetmaschinen kommen jetzt direkt von KBA-Sheetfed, sind noch exakter auf die Maschinensysteme angepasst und damit hinsichtlich der Trocknung bis hin zum Großformat noch leistungsfähiger.

Ergotronic Auto-Run für den autonomen Druck geht in die nächste Runde. „Auto-Print gehört die Zukunft“, so Fischer – dann programmiert das System auch den kompletten Jobwechsel selbst. Für die Rapida Live-App gibt es erste Industrieanwendungen – und ebenso einen erweiterten Funktionsumfang: Zu Info-Panel mit Maschinenzustandsanzeige und Informationen zu den Druckjobs, Wartungsmanager, Chargenverfolgung kommen Stock Management und Press-Call Mobile mit Chat-Funktionen für Hilfs- und Servicezwecke.

Automatisierung in der Praxis

Im Praxisteil demonstrierte Dirk Winkler, Bereichsleiter Drucktechnik, den Druck von Etiketten und Faltschachteln auf einer Rapida-106-Sechsfarbenmaschine mit Lackausstattung, Rolle-Bogen-Einrichtung und Kaltfolienmodul Vinfoil Micro. Präsentationsschwerunkte waren die Low-Migration-LED-UV-Produktion, Kaltfolien-Applikation und High-Speed-Produktion mit 20.000 Bogen/h sowohl auf IML-Folie von der Rolle als auch auf Haftpapier und Karton.

An zwei Achtfarbenmaschinen mit Wendung für die 4-über-4-Produktion und Lackturm zeigten Winkler und Fischer das Potential der Rapida-Technik in der Akzidenzproduktion konventionell und mit LED-UV.

Rotationsstanzen auf der Rapida RDC 106

Mario Gerber, Senior Sales Manager Postpress, stellte die Rotationsstanze Rapida RDC 106 vor. Er erläuterte den mit Rapida-Bogenoffsetmaschinen identischen Aufbau der Maschine und die möglichen verfahrenstechnischen Schritte der einzelnen Stanzwerke. Diese reichen von der Lochausstanzung und dem Konturstanzen bei IML- und anderen Etikettenanwendungen über Prägen, Rillen, Stanzen und Ausbrechen in der Weiterverarbeitung von Verpackungen bis hin zu bedarfsgerechten Varianten für die Verarbeitung von Akzidenzen. In Abhängigkeit von Substrat und Kontur bietet die Maschine Stanzleistungen bis zu 15.000 Bogen/h und ist damit ähnlich schnell wie eine moderne Bogenoffsetmaschine. So steigt die Produktionsleistung im Label-Bereich um bis zu 300 Prozent. Bei der Verarbeitung von Faltschachteln sind Effizienzsteigerungen bis zu 65 Prozent möglich. Zum Abschluss der Show produzierte die Rapida RDC 106 mit Weltrekord-Leistungen von 17.000 Bogen/h.

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