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Unbedingt rechtzeitig mit PDF 2.0 planen

Editorial aus DD21/2017
Editorial DD21, PDF 2.0-Zukunft_6604

Die nächste Version der PDF-Preflight- und Korrekturanwendung Callas PDF Toolbox wird PDF 2.0 beispielsweise als Standard bereits unterstützen.

Ungefähr eineinhalb Jahre werden noch vergehen, bis in Druckereien die ersten PDF/X-6-Printdaten „aufschlagen“ könnten. Das Datenformat PDF/X-6 wird auf dem jüngst von der In­ternationalen Organisation für Normung (ISO) veröffentlichten, fast 1.000 Seiten starken ISO-Standard 32000-2:2017 („PDF 2.0“) basieren, an dem die Institution mehr als acht Jahre lang gearbeitet hat. Unter dem Strich bedeutet das: Der Standard ist schon da, das dazugehörige Printformat ist es letztlich noch nicht.

SEITENORIENTIERUNG. Doch wenn es dann kommt, wird das Format seine Vorteile ausspielen! Denn im Mittelpunkt von PDF 2.0 stehen vor allem Metadaten und Output Intents auf Seitenebene. PDF/X-6 soll künftig in der Lage sein, aus mehreren Einzelteilen bestehende Druckprodukte in einer Datei abzubilden. Hierfür bedarf es individueller Begleitinformationen (Metadaten), weshalb die schon für das Format PDF/VT (für den variablen Datendruck) entwickelten „DPart“-Metadaten nun auch Teil von PDF 2.0 sind. Das Versehen von Seiten oder Seitenbereichen mit Metadaten wird Anwendungen ermöglichen, die über den variablen Datendruck hinausgehen, beispielsweise das Einfügen Jobticket-ähnlicher Informationen ins PDF. Eine Druckerei könnte auf diese Weise alle benötigten Informationen in einem PDF erhalten, um etwa die farbigen Umschlagseiten eines Produkts anders zu produzieren als die monochromen Inhaltsseiten.
Output Intents wiederum definieren die für die Farbwiedergabe relevanten Druckeigenschaften, die bei der PDF-Erstellung beabsichtigt waren. Pro PDF war hier bisher nur ein Output-Intent-Objekt (zumeist ein Standard-ICC-Profil) hinterlegbar. PDF 2.0 macht es auch hier möglich, Output Intents auf Seitenebene zu definieren.

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Es wird noch dauern, bis erste PDFs mit seitenbasierten Output Intents in Druckereien eintreffen. Die Auswirkungen auf die Workflows könnten aber erheblich sein.

Dietrich von Seggern, PDF Association

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CLEVER VORAUSPLANEN. Dietrich von Seggern, Vorstandsvorsitzender der PDF Association, geht vorerst nicht davon aus, dass die neuen Features in PDF 2.0 dazu führen werden, das PDF-Printdaten in den Workflows nicht verarbeitbar werden. Er rechnet jedoch damit, dass Probleme entstehen könnten, wenn erste Erzeugungsprogramme bereits für diese Features ausgelegt sind und sie beim PDF-Export mitschreiben, Verarbeitungsprogramme diese aber noch nicht berücksichtigen können.
Aus von Seggerns Sicht sind die Auswirkungen von PDF-Dateien mit seitenbasierten Output Intents nicht unerheblich und lassen sich nicht auf einzelne PDF-Werkzeuge reduzieren. Insofern der Tipp an Druckereien: Versichern Sie sich schon heute bei der Anschaffung neuer Technologie, ob und ab wann der Hersteller die Unterstützung von PDF 2.0 beabsichtigt und treffen Sie mit ihm bestenfalls gleich entsprechende Vereinbarungen! [2375]

Wie ist Ihre Meinung? Lassen Sie es mich wissen: m.schuele@print.de

Michael_Schuele

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Michael Schüle ist Redakteur für das Fachressort Druck- und Medienvorstufe beim Onlineportal „print.de“ sowie beim Fachmagazin „Deutscher Drucker“.  Zudem leitet er die Redaktion der „Grafischen Palette“ an.

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